15 Jahre CVJM -
Arche Sarstedt

15 Jahre CVJM – Arche Sarstedt!
Auf jeden Fall ein Ereignis, das nicht unbeachtet vorbeistreichen durfte. Aber mit welcher Aktion konnten wir den Tag entsprechend gestalten???
Das war die große Frage, die wir uns stellten.

Generell war schon mal klar:
Wenn Feier, dann nur für uns als Verein. Also: keine öffentliche Geschichte. Nach vielem Hin- und herüberlegen kam plötzlich der Vorschlag auf: “ Wir könnten ja auf der Örze Kanufahr´n – in Oldau gibt´s Kanus zu verleihen, da ließe sich was organisieren!” Suuuper Vorschlag!!! Also gesagt, getun, getan trafen wir uns am Sonntag den 28.6. morgens in Sarstedt, um mit circa 20 Leuten zum Paddeln zu fahren. Viele hatten noch nie in ihrem Leben gepaddelt und der holländische Freund von Manu glaubte sogar bis zum Schluß nicht daran, daß die ganze Aktion wirklich startet ( er dachte, Manu veräppelt ihn total – entsprechend war er dann auch gekleidet – ganz dumm gelaufen, hihi ). Aber sie startete! Und wie!! Kaum hatten wir die Bootsaufteilung hinter uns und die ersten Boote zu Wasser gelassen, fing es ziemlich heftig an zu regnen – nach dem Motto: Wenn schon mal von unten naß, dann auch ordentlich von oben, was aber die allgemeine gute Stimmung nicht beeinträchtigten konnte. Außerdem war man viel zu sehr mit der Steuerung der Kanus beschäftigt, um sich zusätzlich auch noch um sowas Unwichtiges wie das Wetter zu kümmern. Erstmal mußte man auf die Reihe kriegen auf welcher Seite Vorder- und Hintermann zu paddeln hatten, um in die gewünschte Richtung zu fahren, was sich schon mal als echtes Problem erwies und häufig zu hübsch anzusehenden Drehungen auf dem Wasser führte. Richtig schwierig wurde es dann aber wenn man die “reißende” Strömung, den Wind und die unterschiedliche Schlagkraft der PPs (Paddelpartner ) so in Einklang zu bringen versuchte, daß man an irgendwelchen Hindernissen vorbeikam. Und davon gab´s wirklich nicht wenige. Herabhängende Äste und im Wasser liegende Baumstämme, die teils nur einen winzig kleinen Durchgang zuließen, machten es uns schwer oder erst richtig interessant. Und nicht zu vergessen: Es gab ja auch noch Kanufahrer, die mit ihrem Gefährt andere dann auch noch bedrängten. So kam es, daß die Paddler, die wohl die größten Spekulationen angestellt hatten, welches Kanu wohl zuerst kentern würde, nämlich Thomas, Judith und ich , die Information aus erster Hand bekamen, als sie durch einen leichten, nicht durch sie hervorgerufenen Zusammenstoß mit dem FMF – Kampfkanu ( Friedel – Miri – Frank ) von der Fahrlinie ins Uferholz abgetrieben wurden und dort hautnahe Bekanntschaft mit der Örze machten. Trotzdem oder gerade deshalb blieb auch in diesem Kanu die Stimmung super.
( Sind wir etwa Mädchen?!) Circa um die Mittagszeit kamen wir am 1. Haltepunkt an, wo Maiki und Moni schon das von allen mitgebrachte Picknick vorbereitet hatten und es wurde erstmal ordentlich gespachtelt, ausgeruht, gewärmt und nebenbei auch noch schicksalsträchtige Telefonate geführt ( oder genaugenommen eins).
Nachdem sich dann auch noch alle im nahestehendem Dixiklo erleichtert hatten, ging es dann weiter in die 2. Runde. Hier sollte es erst noch ein Stück auf der Örze langgehen und zum Schluß noch 2 km auf der Aller bis nach Winsen. Auch hier bot die Fahrt wieder interessante Überraschungen. Unser Holländer plumpste, durch einen tiefhängenden Ast gezwungen, auch noch ins Wasser und lachte sich halb scheckig dabei ( Wobei wir uns heute noch fragen Manu, wie Du drin bleiben konntest?! ), aber das folgenschwerste und dramatischste Ereignis passierte etwas später. Als wir aus einer Kurve in eine Gerade paddelten bot sich uns folgendes Bild: Das FMF – Kanu lag verkehrt herum im Wasser, Miri und Frank standen daneben und Friedel stand suchenderweise im Fluß und versuchte mit Händen und Füßen wieder zurück zum Kanu zu kommen. Was war passiert??? Durch ein verstecktes, nämlich unter Wasser liegendes Hindernis kam besagtes Kanu zum Kentern und entlud sich gemeinerweise an einer sehr tiefen und starkströmigen Stelle ( zumindest für Örze – Verhältnisse ) seiner gesamten Insassen. In dieser nun sehr unangenehmen Situation geriet die kleine Miri doch recht heftig in Panik und bei der darauffolgenden erfolgreichen FriedelrettetMiriAktion verlor Friedel einen Schuh, den er, nachdem er Miri wohlbehalten an Land gebracht hatte, natürlich wiederzubekommen anstrebte. Das allerdings erwies sich als nicht gerade einfach, da die Örze schon heftigste Besitzansprüche auf den “geschenkten” Schuh erhob und hätte nicht ein anderes Kanu das Teil für Friedel aus dem Wasser gefischt, hätte er wohl mit nur einem Schuh den Heimweg antreten können. Nach diesem sehr aufregenden Ereignis meisterten all die letzte Strecke auf der Örze ohne größere Schwierigkeiten – und dann kam die Aller! Riesig breit, viel Wind, viel Regen, viel Strömung, viel anstrengend. Der schöne Teil der Paddelfahrt war damit zu Ende, besonders auch deshalb, weil sich ein Unwetter zusammenbraute und Regen und Wind immer heftiger zunahmen. Schließlich, nach großen Anstrengungen waren dann alle kaputt , aber heil angekommen. Alle? Nein! Das von unbeugsamen Paddlern besetzte FMF – Kanu war immer noch unterwegs und hörte nicht auf, Wind und Wellen Widerstand zu leisten. Doch schließlich, genau in dem Moment als das Gewitter richtig losging, hatten auch sie es geschafft – total fertig aber glücklich. Nun wurden die Autos geholt ( währenddessen liefen die Kuscheldeckenaufwärmaktionen zwischen den beiden ins Wasser geplumpsten Expaddlerinnen Miri und Anja auf Hochtouren ) und wir fuhren wieder heimwärts.

Ich denke ich liege damit richtig, wenn ich behaupte, daß es für alle ein total schöner, spannender und unvergeßlicher Tag war. Hoffentlich gibt´s irgendwann ein nächstes Mal!

Anja